Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, operative Entscheidungen nachvollziehbar, transparent und wiederholbar zu treffen. Du kennst das sicher aus Deinem Arbeitsalltag: Immer wieder die gleichen Entscheidungen und die Unsicherheit, ob die eigene Wahl wirklich optimal war. Es fehlt an Transparenz, auch darüber, nach welchen Kriterien Kolleginnen und Kollegen zu bestimmten Ergebnissen kommen.
Mit DMN (Decision Model and Notation) schaffst Du als Unternehmen einen internationalen Standard für Entscheidungsdokumentation und Entscheidungsregeln. Mit DMN bist Du in der Lage aufzuzeigen, aus welchen Kriterien sich eine Entscheidung zusammensetzt und welche Regeln anzuwenden sind. Die Notation hilft Dir, nachvollziehbare DMN Entscheidungen zu treffen und Deine Prozesse für alle verständlich und effizient zu gestalten.
Als Modellierungsexperte möchte ich Dir in diesem Blogbeitrag drei zentrale Gründe vorstellen, warum auch Du auf DMN setzen solltest.
1. Entscheidungen mit DMN standardisiert und transparent dokumentieren
Du willst Deine Entscheidungswege klar strukturiert festhalten? Mit einem DMN-Entscheidungsdiagramm beschreibst Du den Zusammenhang zwischen den Eingangsgrößen und der eigentlichen Entscheidung. Du kannst Entscheidungen hierarchisch aufteilen und wiederverwendbare Teilentscheidungen anlegen. So schaffst Du Übersicht und Nachvollziehbarkeit.

Ein mit DMN modelliertes Entscheidungsdiagramm
Die Dokumentation der Entscheidungsregeln erfolgt mithilfe einer Entscheidungstabelle. In solchen DMN-Entscheidungstabellen definierst Du, welche Faktoren relevant sind und wie unterschiedliche Eingangsgrößen zu verschiedenen Ergebnissen führen. Jede Kombination aus Eingangswerten entspricht dabei einer eigenen Regel. So dokumentierst Du Schritt für Schritt, wie genau Deine Entscheidungen zustande kommen: transparent, konsistent und für alle nachvollziehbar.
2. Entscheidungslogik und Prozesslogik klar trennen – für durchdachte Prozesse
Wenn ich als Modellierungsconsultants zu Kunden komme, um im Projekt die Prozessmodellierung zu etablieren oder Prozesse zu analysieren, stoße ich oftmals auf die folgende Art von Prozessen:
Häufig geraten Prozesse durch zu viele Verzweigungen und Sonderfälle ins Chaos. Informationen werden nicht klar ermittelt, die Entscheidungslogik mischt sich mit der Prozesslogik, was dazu führt, dass Prozessmodelle schwer lesbar und komplex werden. Dabei müssen Prozesse übersichtlich modelliert sein, damit das Prozessmodell als Hilfe und nicht als Hindernis wahrgenommen wird.
Vielen Mitgliedern im Projekt – insbesondere den Modellierern natürlich – ist dies oftmals auch bewusst, dass die Art der Prozessgestaltung für die Prozessleser nicht zumutbar ist. Die Prozesse sind weder gut lesbar noch verständlich. In der Not wird man kreativ, weshalb die komplexen Verzweigungen dann häufig in einer Aufrufaktivität verschwinden. Das Problem wurde somit auf eine andere Modellierungsebene verlagert. Perfekt!
Der Gedanke ist nett, doch nur weil ich etwas verstecke, löse ich das Problem nicht! Die beschriebene Problematik liegt nicht unbedingt an der Komplexität des Prozesses, sondern an den vielen kleinteiligen Informationen, die man unbedingt im Prozess auch dokumentieren will. Somit passiert es fast schon von allein, dass die Prozesse nicht dem gewünschten Abstraktionsniveau entsprechen, da man keine Informationen verlieren will. Häufig wird neben der Prozesslogik auch die Entscheidungsfindung im Prozess beschrieben. Das heißt unter welcher Kombination von Kriterien man zu einem bestimmten Prozessschritt kommt. Das führt dazu, dass sich die Prozesse ungewollt stark aufblähen.
Kurz gesagt, man möchte mit der Prozessmodellierungssprache BPMN nicht nur die Prozesslogik dokumentieren, sondern diese gleich mit der Entscheidungslogik kombinieren. Eine saubere Trennung der beiden Logiken führt automatisch zu klar strukturierten Prozessen, die den Ansprüchen der Prozessleser gerecht wird.
Auch für uns Modellierer hat die Trennung von Prozess- und Entscheidungslogik einen entscheidenden Vorteil. Sollten sich Regeln ändern, ergänzen oder obsolet werden, können diese separat gepflegt werden. Es ist nur noch zu prüfen, ob die angepasste Entscheidungslogik im Prozess richtig angewendet wird. Das Gleiche gilt auch für den Prozess. Dieser kann leichter und unabhängig weiterentwickelt werden. So entfällt das sonst sehr zeitaufwändige Arrangieren von Gateways, Prozessschritten und (optisch) überschneidenden Prozesspfaden.
Hier nochmal die Vorteile einer Trennung von Prozesslogik und Entscheidungslogik auf einen Blick:
- Deine Prozessmodelle bleiben schlank und verständlich.
- Änderungen an den Entscheidungsregeln sind einfach möglich, ohne den gesamten Prozess anpassen zu müssen.
- Du kannst sowohl Entscheidungs- als auch Prozesslogik unabhängig voneinander aktualisieren und pflegen.
3. Prozesse vollständig automatisieren – mit DMN und Rule Engine
Sobald Du die beiden Vorteile aus den Gründen 1 und 2 umgesetzt hast, hast Du die wichtigsten vorbereitenden Schritte zur Prozessautomatisierung vollzogen. Der Standard BPMN wurde konzipiert, um Unternehmensprozesse einfach zu dokumentieren und diese in ein standardisiertes Format zu überführen, das von einer Prozess-Engine automatisiert werden kann.
Wenn Du Dir den Prozess aus diesem Beispiel anschaut, wirst Du feststellen, dass diese Art von Prozessen eher schwierig zu automatisieren sind, weil immer noch viel manuelle Arbeit und repetitive Entscheidungen durch den ausführenden Mitarbeiter getroffen werden müssen. Somit ist die gewünschte vollständige Automatisierung des Ablaufs lediglich ein Steuerungsprozess, der verschiedene Mitarbeiter anspricht, dass diese nun tätig werden sollen.
Durch das gezielte Auftrennen von Prozess- und Entscheidungslogik wird, wie im zweiten Grund bereits erwähnt, die Komplexität des Prozesses reduziert. Doch Du fragst Dich vielleicht, wie gehst Du dann mit der dokumentierten Entscheidung um? Eine Prozess-Engine kann diese nicht weiterverarbeiten, da sich die Informationen außerhalb des Prozessbereichs befinden.
Und genau hier kommt die Ergänzung: Nicht nur Prozesse lassen sich automatisieren, sondern auch Entscheidungsfindungen. Hierfür werden Rule-Engines eingesetzt. Diese können den Standard der DMN importieren und ausführen. Auch hier hat die OMG alles richtig gemacht und einen Standard geschaffen, der so formalisiert ist, dass er maschinenlesbar ist. Das heißt für Dich: Trotz richtig modellierter Prozesse kannst Du diese vollständig bzw. durchgängig automatisieren. Verwende dazu eine geeignete Prozess-Engine und kombiniere sie mit einer Engine, die Entscheidungsregeln automatisieren kann – oder im Idealfall beides beherrscht.
Die entscheidende Frage ist nun: Wie bekommst Du die strukturierten Prozesse und Entscheidungsregeln in die jeweiligen Engines? Hier hilft Dir ein gutes Modellierungstool wie Innovator, dass die beiden Standards BPMN und DMN richtig anwenden und anschließend normiert, maschinenlesbar ausgeben kann.

Idealerweise beginnst Du damit, Deine fachlichen Prozess- und Entscheidungsdiagramme in einem Modell zu dokumentieren. Auf Basis dieser Diskussionsgrundlage werden diese um fehlende technische Ergänzungen erweitert und auf die Automatisierung vorbereitet. Im letzten Schritt generierst Du die Dateien, spielst sie auf die Engine und passt sie (falls nötig) noch etwas an (abhängig vom Hersteller). So steht der vollständigen Prozessautomatisierung nichts mehr im Wege!
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